Beachvolleyball: Bestes deutsches Team in China

Stuttgarter Beachvolleyball-Nationalteam Chantal Laboureur/Julia Sude mit Platz 5 in Xiamen

(red/tob) Das Stuttgarter Beachvolleyball-Nationalteam Chantal Laboureur/Julia Sude landet beim mit 300.000 Dollar dotierten 4-Sterne-Turnier in Xiamen auf dem fünften Platz – „eine gute Ausgangsbasis, um noch weiter oben anzugreifen“, sagt Chantal Laboureur.

Xiamen. Der Start ins top-besetzte 4-Sterne-Turnier in Xiamen verlief ähnlich schleppend wie der Saisonbeginn 2018, mit bislang einem Turnier in Ft. Lauderdale und anschließend sechs Wochen Pause. Das Stuttgarter Beachvolleyball-Duo Chantal Laboureur/Julia Sude blieb auf seiner Reise in die Hafenstadt an der Südostküste Chinas erst einmal auf dem Flughafen Peking im Bereich der Einreise hängen. Trotz ausreichend Zeit bis zum Weiterflug ging es bei der Pass- und Visumkontrolle nicht voran. „Ein Mitarbeiter, der kein englisch konnte, verstand aber dann doch unsere mit Händen und Füßen angezeigte Not und organisierte uns den Durchmarsch durch die Menschenmassen. Wir haben unseren Weiterflug gerade noch so erreicht“, berichtete Chantal Laboureur. Wer es allerdings nicht schaffte, war Trainer Ricardo „Vento“ Brunale de Andrade. Der Brasilianer hatte bereits vier Wochen zuvor das Visum für China beantragt. Dieses war allerdings nicht rechtzeitig bis zum Abflug seines Teams zurück in seinen Händen. Der Trainer musste mit einem neuen Flugticket hinterher fliegen und war dann erst zwei Tage später vor Ort.

Doch dann lief es um einiges geschmeidiger. Zum sechsten Mal in Folge macht die FIVB World Tour Halt in Xiamen (Partnerstadt von Trier), und die Verantwortlichen in der subtropischen 4-Millionen-Metropole scheinen deutlich mehr in die lokale Klimaverbesserung investiert zu haben. „Die Luft ist reiner geworden, man sieht auch mal die Sonne oder gar eine Wolke am Himmel, das gab es in den letzten Jahren nicht“, befand Laboureur.

National-Team Chantal Laboureur/Julia Sude in China | Foto: FIVB

National-Team Chantal Laboureur/Julia Sude in China | Foto: FIVB

Und auf den Sandplätzen des Turniers hat das Nationalteam schnell seinen Rhythmus gefunden.
Der Start auf dem CenterCourt am Donnerstag morgen gegen die groß gewachsenen Chinesinnen Wang Xinxin/Bing Bai wurde mit 2:0 (21:15, 21:8) in 30 Minuten Spielzeit gewonnen – „ein perfekter Auftakt“, sagte Julia Sude. „„Beide waren zwar größer als wir, aber noch sehr unerfahren und so konnten wir das Spiel gut kontrollieren.“
Freitag mittag folgte dann das innerdeutsche Duell der Nationalteams gegen Victoria Bieneck/Isabel Schneider. Und Laboureur/Sude zogen durch: „Das Spiel entwickelte sich für uns ein bisschen leichter als erwartet, wir hatten ein sehr gute taktische Disziplin, und haben auch sonst sehr konstant gespielt“, erklärte Laboureur. Für den deutlichen 2:0-Erfolg (21:8, 21:12) gegen die am Bundesstützpunkt in Hamburg trainierenden Bieneck/Schneider benötigten die beiden Stuttgarterinnen gerade mal 28 Minuten.

Mit den zwei Siegen nach nicht einmal einer Nettostunde Spielzeit im Sand ging es am Samstagmorgen gegen die Tschechinnen Kristyna Kolocova/Michala Kvapilova, die den beiden bei den Europameisterschaften im vergangenen Jahr die Halbfinal-Niederlage verpasste. Dieses Mal lief es anders. Mit einer konzentrierten Leistung erarbeitete sich das deutsche Nationalteam den nächsten Sieg und gewann das Viertelfinale mit 2:0 (21:19, 21:17) in 36 Minuten.

Als ein dieses Mal nicht zu überwindender Brocken entpuppten sich Mariafe Artacho del Solar/Taliqua Clancy aus Australien, die im Achtelfinale bereits die dreifache Olympiasiegerin Kerri Walsh-Jennings mit ihrer Partnerin Nicole Branagh aus dem Turnier geworfen hatten. Nach 29 Minuten im Sand unterlag das Stuttgarter Nationalteam mit 16:21 und 10:21. „Bis Mitte des ersten Satzes lief alles gut. Aber dann habe ich ein paar Breakbälle nicht verwandelt, daraufhin sind wir in unserem Annahmespiel unter Druck geraten und die haben sich immer wohler gefühlt“, erklärte Chantal Laboureur. In der Folge agierten die Australierinnen immer mutiger und vor allem mehr und mehr fehlerfrei. „Das war wie verhext. Unsere Bälle sind knapp an der Linie im Aus gelandet. Deren Bälle haben immer noch gerade so die Linie berührt, und waren drin. Und dann war es auf einmal vorbei.“

Dennoch freut sich das Team über die Leistungssteigerung nach dem 17. Platz vom Turnier in Ft. Lauderdale. „Dass wir im Kampf um den Einzug ins Halbfinale dabei waren, stimmt uns zuversichtlich“, fasste Trainer „Vento“ zusammen. Für das beste deutsche Team gibt es 6000 Dollar Preisgeld und 480 Punkte für die Weltrangliste.

Langsam ging sie also los, die Saison, aber nun geht es mit Volldampf voraus durch die Sandstrände der Welt: Die offizielle Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele beginnt am 1. September diesen Jahres. Ab dann werden die Weltranglistenpunkte besonders fleißig gesammelt, denn die ersten 15 Teams zum Stichtag 15. Juni 2020 haben ihren Startplatz in Tokio sicher (maximal 2 Teams pro Nation). Weitere acht Tickets für die maximal 24 Teams pro Geschlecht werden über die WM 2019 in Hamburg, ein weiteres Qualifikationsturnier (Ort und Zeitpunkt noch unklar) sowie über den Continental-Cup vergeben.

Als nächstes trifft sich die Beachvolleyball-Welt-Elite dann in Huntington Beach (1. bis 6. Mai).

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