Beachvolleyball: Fünfter Platz bei über 50°C

Beständig: Das Stuttgarter Beachvolleyball-Team Chantal Laboureur/Julia Sude

Laboureur/Sude erreichen bei den Weltmeisterschaften in Wien erneut einen Platz in den Top-Five

(red/tob) Im Grunde haben alle im Team ihre Wünsche erfüllt bekommen. Die Spielerinnen hatten den Gruppensieg als Teiletappe und das Erreichen des Viertelfinales der WM als Minimalziel ausgegeben. Trainer Ricardo „Vento“ Brunale de Andrade hat nach dem beeindruckenden Turnierstart seiner Schützlinge auf dem Center Court verkündet: „Wir haben auf dem Center Court angefangen. Super, denn genau dort hoffe ich, das Turnier zu beenden.“ Das Viertelfinal-Aus gegen Kanada ereignete sich dann am Freitagmittag tatsächlich auf dem gut gefüllten Center Court.

Beachvolleyball-Team Chantal Laboureur/Julia Sude bei der WM in Wien (Foto: Tom Bloch)

Beachvolleyball-Team Chantal Laboureur/Julia Sude bei der WM in Wien (Foto: Tom Bloch)

Doch im Grunde haben sich sowohl Trainer als auch Spielerinnen, mit bislang tollen Ergebnissen im Rücken, ein kleines bisschen mehr erhofft. „Natürlich überwiegt jetzt erst einmal die Enttäuschung, aber in ein paar Tagen werden wir stolz sein auf unsere Leistung. Wir haben es einfach nicht geschafft, ein Mittel gegen die Kanadierinnen zu finden“, sagte Julia Sude direkt nach dem Turnier-Aus. „Gerade bei Sarah muss man in der Annahme und im Zuspiel sehr präzise sein und das haben wir nicht geschafft.“

Sarah Pavan, Fünfte bei Olympia in Rio 2016, zog mit ihrer temperamentvollen Partnerin Melissa Humana-Paredes genau wie Laboureur/Sude ohne einen einzigen Satzverlust ins Viertelfinale ein.
Dort behielt aber nur das kanadische Doppel beim achten Turnier in ihrer ersten gemeinsamen Saison die weiße Weste. Sie bezwangen das Stuttgarter Nationalteam mit 2:0 (21:15, 21:16) in 40 Minuten. „Wir hatten gute Break-Chancen und unsere Annahme war auch nicht so schlecht, aber unser Angriff hat nicht so funktioniert. Und dann steht da auf der anderen Seite eine 1,96 Meter große Blockerin“, resümierte Chantal Laboureur.

Beachvolleyball-Team Chantal Laboureur/Julia Sude bei der WM in Wien (Foto: Tom Bloch)

Beachvolleyball-Team Chantal Laboureur/Julia Sude bei der WM in Wien (Foto: Tom Bloch)

Die Weltranglisten-Zweiten aus Stuttgart gönnen sich nun, mit 18.000 Dollar Preisgeld und 640 Weltranglistenpunkten in der Tasche, eine kurze Erholungspause, bevor Schlag auf Schlag die nächsten Höhepunkte der Saison anstehen: die Europameisterschaften in Jurmala in Lettland, das World-Tour-Finale in Hamburg und die deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand.

Die Weltmeisterschaften in Wien waren vor allem eine sehr heiße Angelegenheit. Das erste Thermometer, welches auf dem Center Court die hohen Temperaturen veranschaulichen sollte, zerfetzte in der Hitze. Mit einem flugs besorgten Sauna-Thermometer wurden anschließend regelmäßig Werte von über 60°C im Sand gemessen. Der Fiaker-Service, ein Wahrzeichen der Millionen-Metropole an der Donau, wurde zum ersten Mal in der Geschichte dieser traditionellen Kutschfahrten für Touristen eingestellt – aus Tierschutzgründen bei dieser anhaltenden drückenden Hitze. Doch auf der Donauinsel wurden beim größten Beachvolleyball-Event des Jahres jeden Tag beständig Höchstleistungen der Athleten geboten.

Für Chantal Laboureur und Julia Sude begann das Turnier mit der Gruppenphase gegen relativ unbekannte Gegner:

Samstag, 29. Juli, 14 Uhr, Center Court: Gorda Galindo und Andrea Galindo aus Kolumbien unterlagen nach einem souveränen und konzentrierten Auftritt von Laboureur/Sude mit einem deutlichen 2:0 (21:14, 21:14) in 35 Minuten. „Wir mussten uns erst einmal an die mit 10 000 Zuschauerplätzen riesige Arena gewöhnen“, sagte Julia Sude. „Die Kulisse ist atemberaubend. Am zweiten Tag schon alles voll. So etwas erlebt man auf der World Tour nie,“ freute sich Chantal Laboureur.

Sonntag, 30. Juli, 12 Uhr, Court 3: Lidiannis Echeverria Benitez und Leila Martinez Ortega aus Kuba waren nach 33 Minuten mit 2:0 (21:16, 21:14) geschlagen. „Das ist ein junges Team, dass auch sehr jung gespielt hat. Das lief uns rein“, meinte Chantal Laboureur und Julia Sude hielt die Konzentration hoch: „Wichtig ist, dass wir weiter fokussiert bleiben und uns nicht ablenken lassen.“

Dienstag, 1. August, 9.30 Uhr, Court 2: Elsa Baquerizuo McMillan und Amaranto Fernandez Navarro aus Spanien präsentierten sich als die stärksten Gegnerinnen der Gruppe. Doch auch sie kassierten nach 41 Minuten eine 0:2-Niederlage (17:21, 16:21).

Beeindruckend: Aufgrund der deutlichen Erfolge ohne einen Satzverlust zogen Laboureur/Sude als beste Gruppenerste der Damenkonkurrenz in die K.o.-Runde ein.

Mittwoch, 2. August, 14.30 Uhr, Court 2: Das deutsch-deutsche Duell gegen Nadja Glenzke und Julia Großner war nach 32 Minuten beendet. Laboureur/Sude holten sich mit 2:0 (21:14, 21:12) den nächsten Sieg. „Wir haben ein wenig gebraucht, weil wir noch nie gegen die beiden gespielt haben“, meinte Julia Sude.

Donnerstag, 3. August, 11.30 Uhr, Center Court: Im Achtelfinale setzten sich die Weltranglisten-Zweiten gegen Riikka Lehtonen/Taru Lahti-Liukkonen aus Finnland erneut mit 2:0 (21:17, 21:19) durch und unterstrichen mit dem fünften Erfolg in Serie ihre gute Form. „Wir haben bislang alle Spiele klar mit 2:0 gewonnen und wir steigern uns dabei Stück für Stück, prima!“, sagte Chantal Laboureur.

Freitag, 4. August, 13 Uhr, Center Court: Durch die erste Niederlage folgt im Viertelfinale das Turnier-Aus gegen Sarah Pavan/Melissa Humana-Paredes aus Kanada, die am Ende auf Rang vier abschlossen.

Beachvolleyball-Team Chantal Laboureur/Julia Sude bei der WM in Wien (Foto: Tom Bloch)

Beachvolleyball-Team Chantal Laboureur/Julia Sude bei der WM in Wien (Foto: Tom Bloch)

„Wir sind hier gut in den Rhythmus gekommen und haben erstmals mit einem großen Team gemeinsam direkt vor Ort agiert“, sagte Julia Sude. Cheftrainer Ricardo „Vento“ Brunale de Andrade standen erstmals direkt auf einem Turnier auch Balltrainer Thomas Ranner, Athletiktrainer Martin Brenner, Sportpsychologe Sebastian Wolf sowie die Ansprechpartnerin von SchwabenSport Management in ihrer Arbeit mit dem Duo zur Verfügung. „Viele Spezialisten haben uns unterstützt, damit wir uns ganz auf den Sport konzentrieren konnten. Wir hatten viel Druck und natürlich auch selber hohe Erwartungen an uns. Unterm Strich sind wir aber stolz auf den fünften Platz“, sagte Julia Sude. „Die Unterstützung durch unsere Fans und Freunde vor Ort, vor dem Bildschirm und auch über Social Media war überwältigend“, freute sich Chantal Laboureur.

Nach Rang 17 bei der Weltmeisterschaften in den Niederlanden 2015 kehren Laboureur/Sude mit dem fünften Platz von der WM 2017 in Wien zurück nach Stuttgart. Für die kommenden Weltmeisterschaften 2019 gibt es einen weiteren Ansporn, dieser positiven Entwicklung zu folgen, denn diese soll in Hamburg stattfinden.

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