Beachvolleyball: Julia Sude ist in bestechender Frühform

Eine Medaille funkelt schon vor dem Saisonstart

(red/tob) Bei den Fortaleza Open in Brasilien holte sich die Nationalspielerin an der Seite ihrer Interimspartnerin Taiana de Souza Lima die Bronzemedaille – als erster Ausländer seit über 20 Jahren.

Julia Sude und Taiana de Souza Lima, die alle nur Taiana nennen | Foto: CBV

Julia Sude und Taiana de Souza Lima, die alle nur Taiana nennen | Foto: CBV

Die Medaille liegt auf dem Tisch ihres gemieteten Apartments auf Teneriffa. Hier hält sich das Nationalteam vom Bodensee derzeit auf, um sich auf die World-Tour-Saison vorzubereiten. Und Julia Sude kann es noch gar nicht so richtig glauben. Denn der übliche Rhythmus der anstrengenden Trainingsarbeit zusammen mit Chantal Laboureur wurde vergangene Woche jäh unterbrochen.
Der Grund ist die gute Vernetzung ihres brasilianischen Trainers Ricardo Brunale de Andrade, den alle bei seinem Spitznamen „Vento“ rufen. Weil sich die Partnerin von Taiana de Souza Lima beim Indoor-Turnier in Den Haag vor zwei Wochen am Knie verletzte, rief die Vize-Weltmeisterin 2015 bei Vento an und fragte nach möglicher deutscher Unterstützung. Denn auf der Südhalbkugel ist Sommer – die brasilianische Beachvolleyball-Tour, die qualitativ best besetzte nationale Tour dieser Sportart, ist derzeit im vollen Gange, und Taiana, die in Fortaleza geboren wurde, wollte unbedingt ihr Heimturnier spielen. Und brauchte deshalb eine Blockerin.

„Das ist voll die große Ehre, dass sie bei uns angefragt hat und so viel Vertrauen hatte“, sagt Sude und erzählt über den fünf Tage lang währenden real gewordenen Traum in Brasilien, der so erfolgreich endete. „Rübergeflogen, ne halbe Stunde mit Taiana trainiert, das erste Spiel gespielt, und gewonnen.“ Während die brasilianische World-Tour-Siegerin von 2013 kaum englisch spricht, versteht Sude die portugiesische Sprache ein wenig, was in der verbalen Verständigung half. Und im Sand der Iracema Beach, bei Temperaturen um 34°C und hoher Luftfeuchtigkeit, klappte es auf Anhieb. Das brasilianisch-deutsche Interims-Duo stürmte durchs Hauptfeld des Turniers und kassierte dabei nur eine einzige Niederlage: Das Halbfinale gewannen die späteren Turniersiegerinnen Maria Elisa/Carol Solberg. Doch das Bronze-Match gegen Ana Patricia/Rebecca Silva holte sich Joint-Venture aus Brasilien und Deutschland mit 2:1 (21:12, 18:21, 15:9). „Es war nicht zu erwarten, dass wir auf Anhieb so harmonieren und auch die guten Teams schlagen. Es hat mega Spaß gemacht und ich konnte viel mitnehmen“, sagt Sude, die bei der Siegerehrung erfuhr, dass sie die erste Ausländerin in der zwanzigjährigen Geschichte des brasilianischen Tour ist, die eine Medaille gewonnen hat, bei Männern oder bei Frauen. Gleich nach der Zeremonie düste Julia Sude wieder zum Flughafen und ist längst wieder im Trainingslager in Teneriffa mit ihrer Stammpartnerin Chantal Laboureur. Den Kopf voller Eindrücke, die Medaille auf dem Tisch.

Für die Weltranglisten-Dritten beginnt die Saison in der letzten Februarwoche in Ft. Lauderdale in Florida. Saisonhöhepunkte 2018 sind die Europameisterschaften in Holland (15. bis 22. Juli) und die Verteidigung des Deutschen Meistertitels in Timmendorfer Strand (30. August bis 2. September). Denn es sollen weitere Medaillengewinne folgen.

Fotos zur Verfügung gestellt von: CBV (Confederação Brasileira de Voleibol)

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