Beachvolleyball: Mit Übergepäck zurück von der Amerika-Reise

Nationalteam Laboureur/Sude landen auf Rang neun beim World-Tour-Turnier in Brasilien

(red/tob) Das Stuttgarter Beachvolleyball-Nationalteam Chantal Laboureur/Julia Sude landet zwei Wochen nach dem dritten Platz von Huntington Beach, USA, beim nächsten World-Tour-Stop in Itapema, Brasilien, erneut in den Top Ten, und kehrt mit dem neunten Platz zurück nach Stuttgart.

Julia Sude beim Turnier in Itapema | Foto: FIVB

Julia Sude beim Turnier in Itapema | Foto: FIVB

Mit der Bronzemedaille von Huntington Beach weiter nach Brasilien geflogen, eine Woche in Rio de Janeiro trainiert (und sich nebenbei mit drei Kilogramm aktueller Strandmode eingekleidet), und in der Zwischenzeit auf Weltranglistenplatz zwei geklettert – derart beflügelt geht man doch gerne an das nächste Vier-Sterne-Turnier des Weltverbandes FIVB. In Itapema war bis auf Larissa/Talita die komplette Top Ten der Weltrangliste am Start. Die Küstenstadt, rund 1000 Kilometer südlich von Rio de Janeiro gelegen, mit ihren insgesamt sechs Traumständen, veranstaltete das Vier-Sterne-Turnier allerdings kurioserweise inmitten von Hochhäusern, fernab vom Strand, und verzichtete so auf die durchaus vorhandene Traumkulisse für das top-besetzte Turnier.

Dafür wurde wieder im üblichen Modus des Weltverbandes gespielt: mit einem 32er-Hauptfeld, mit Gruppenspielen, und mit der anschließenden K.o.-Phase.

Und gerade die K.o.-Phase war dieses Mal recht kurz für Chantal Laboureur/Julia Sude. Denn nach einem an Spannung kaum zu überbietenden innerdeutschen Duell mit dem Nationalteam Karla Borger/Margareta Kozuch unterlagen am Ende die Stuttgarterinnen im Achtelfinale nach 59 umkämpften Minuten mit 1:2 (21:23, 26:24, 8:15). „Das hatten wir uns leider anders vorgestellt“, fasst Chantal Laboureur verärgert zusammen. „Da würden mir auch ein paar passende brasilianische Schimpfwörter dazu einfallen.“ Und ihre Partnerin Julia Sude teilt den Ärger: „Wir haben wirklich nicht sehr clever gespielt.“

Im ersten Satz zu viele Break-Chancen liegen lassen, nicht mutig genug angegriffen und mit dem extrem harten Sand nicht so zurecht gekommen wie ihre Kontrahentinnen. „Die beiden haben auch echt gut gespielt und eben an der einen oder anderen Stelle eben mutiger als wir“, meint Laboureur. „Ich hätte so gerne noch weiter gespielt, weil ich mich trotz der Niederlage sehr wohl auf dem Court fühle und ich viel Spaß habe. Jetzt muss ich mich leider wieder ein wenig gedulden, bis es wieder weitergeht.“

Chantal Laboureur und MargaretaKozuchin beim Turnier in Itapema | Foto: FIVB

Chantal Laboureur undMargaretaKozuchin beim Turnier in Itapema | Foto: FIVB

Der Weg in die K.o.-Phase verlief dagegen umso deutlicher und umso erfreulicher. Das erste Spiel im Pool C gegen die Qualifikantinnen Laura Caluori/Dunja Gerson aus der Schweiz am Donnerstagmorgen zur Frühstückszeit 8 Uhr mit 2:0 (21:14, 21:12) in 25 Minuten gewonnen, und dann gleich nach dem Mittagessen um 14 Uhr auf „Miss Olympia“ Kerri Walsh-Jennings getroffen, die erfolgreichste Beachvolleyballerin der Geschichte mit dreimal olympischem Gold in Serie, zuletzt Bronze 2016 in Rio de Janeiro, die mittlerweile mit Nicole Branagh zusammen durch die Sandstrände der Szene zieht.
Und dieses Duell hatte es in sich. Die deutschen Meisterinnen lagen bis 18:20 überwiegend hinten im ersten Satz, doch nach einer Auszeit drehten sie den Spieß um und punkten viermal hintereinander. Auch der zweite Satz war eng, allerdings am Ende wiederum durch die Nervenstärke von Laboureur/Sude geprägt, die nach 38 Minuten mit 2:0 (22:18, 21:18) gewannen, und sich riesig über ihren ersten Triumph über Kerri Walsh freuten.

Durch die beiden Siege war der Gruppensieg sicher genauso wie ein Freilos in der ersten Runde der K.o.-Phase und damit das Achtelfinale direkt erreicht, wo sie dann genauso ausschieden wie die Brasilianerinnen Barbara/Fernanda, die zuletzt in Huntington Beach sowie in Fort Lauderdale beim Fünf-Sterne-Turnier jeweils die Goldmedaille gewannen. Rang neun bringt immerhin weitere 400 Punkte für die Weltrangliste und 4000 Dollar für die Reisekasse.
Mit der Bronzemedaille von Huntington Beach sowie der Erfahrung von Itapema, und nicht zu vergessen der drei Kilogramm Bikinis von Rio de Janeiro, fliegt das Stuttgarter Nationalteam am Pfingstsonntag zurück nach Stuttgart.
Von dort geht es nach einem kurzen Aufenthalt samt Training am Olympiastützpunkt Stuttgart weiter nach Olten in der Schweiz. Dort findet ein Turnierstopp der schweizerischen Coop-Beachtour (31. Mai bis 3. Juni) statt, ein willkommener Anlass für die aktuellen Weltranglistenzweiten, „weil ansonsten die Turnierpause sehr lange gewesen wäre, die Schweizer Turniere immer toll sind, und wir dort die eine oder andere Sache, die wir uns bis dahin im Training erarbeiten, direkt umsetzen wollen“, sagt Chantal Laboureur.

Text: Tom Bloch
www.tombloch.de

Ausblick auf die weitere Saison 2018:
01. – 03. Juni COOP Beachtour | Olten (SUI)
08. – 10. Juni DVV Die Techniker Beach Tour | Münster (GER)
20. – 24. Juni FIVB World Tour 4*| Ostrava (CZE)
27. Juni – 01. Juli FIVB World Tour 4*| Warschau (POL)
04. – 08. Juli FIVB World Tour 4*| Espinho (POR)
11. – 15. Juli FIVB World Tour 5*| Gstaad (SUI)
16. – 22. Juli CEV Europameisterschaften | (NL)
01 – 05. August FIVB World Tour 5*| Wien (AUT)
08. – 12. August FIVB World Tour 4*| Moskau (RUS)
14. – 19. August FIVB World Tour Finale| Hamburg (GER)
30. August – 02. September Deutsche Meisterschaften | Timmendorfer Strand (GER)
30. September – 04. Oktober FIVB World Tour 3*| Qinzhou (CHN)
10. – 14. Oktober FIVB World Tour 4*| Yangzhou (CHN)

Mehr Infos unter: www.fivb.org/EN/BeachVolleyball/

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