Beachvolleyball: Saisonbeginn im Sunshine State

Stuttgarter Beachvolleyball-Team Chantal Laboureur/Julia Sude starten als offizielles Nationalteam in die Saison

(red/tob) Der Start in die Saison 2018 findet an der Südostküste von Florida statt. Das Stuttgarter Beachvolleyball-Nationalteam Chantal Laboureur/Julia Sude ist beim Major-Turnier in Ft. Lauderdale (27. Februar bis 4. März) im Hauptfeld auf Position zwei gesetzt.

Das Stuttgarter Beachvolleyball-Nationalteam Chantal Laboureur/Julia Sude: Foto: Tom Bloch (www.tombloch.de)

Das Stuttgarter Beachvolleyball-Nationalteam Chantal Laboureur/Julia Sude: Foto: Tom Bloch (www.tombloch.de)

Die vergangene Saison war die bislang erfolgreichste in der gemeinsamen Karriere des Beachvolleyball-Duos Chantal Laboureur/Julia Sude: Zwischenzeitlich bis auf Weltranglistenplatz zwei vorgestoßen, Bronze bei den Europameisterschaften, das prestigeträchtige Major-Turnier in Gstaad gewonnen, der Gewinn der Deutschen Meisterschaft zum Saisonabschluss – um nur ein paar Ereignisse zu nennen, die Julia Sude so zusammenfasst: „Was unser Highlight im vergangenen Jahr war, kann ich gar nicht genau sagen. Das ganze Jahr war ein Highlight.“

Dennoch haben sich Chantal Laboureur/Julia Sude (MTV Stuttgart/VfB Friedrichshafen) vorgenommen, in diesem Jahr sogar noch einen drauf zu setzen. Zum Beispiel beim Saisonhöhepunkt, den Europameisterschaften in den Niederlanden Mitte Juli. „Wir haben im vergangenen Jahr Bronze bei der EM gewonnen. Jetzt hätten wir gerne eine andere Medaillenfarbe“, sagt Chantal Laboureur konkret. Außerdem liegen die lukrativen Fünf-Sterne-Turniere der World Tour im Fokus. „Da wollen wir unsere Medaillensammlung erweitern, das hat ja im vergangenen Jahr schon ganz gut geklappt.“

Wie üblich hat sich den Winter über viel in der internationalen Sand-Szene getan. Neue Partnerschaften sind geformt worden. Oder Top-Teams haben sich entschieden, bevor die Qualifikationsphase für die Olympischen Spiele in Tokio 2020 beginnt, dazu kurz eine Pause einzulegen, wie zum Beispiel die Olympiasieger und Weltmeister Laura Ludwig (Babypause) und Kira Walkenhorst (Operationen an Hüfte und Schulter). Auch Talita Antunes, die letztjährige brasilianische Weltranglisten-Erste an der Seite ihrer Partnerin Larissa França Maestrini, setzt 2018 aus, weil sie sich gemeinsam mit Nationaltrainer Renato França um den eigenen Nachwuchs kümmert – das Paar erwartet nämlich einen Jungen. Insofern ist es dieses Jahr besonders spannend, wie sich die Weltspitze, zu der Laboureur/Sude ja schon seit Jahren gehören, entwickeln oder verändern wird.
Einen gehörigen Schub haben die Stuttgarterinnen allein schon dadurch bekommen, dass sie das erste Mal von Saisonbeginn an als offizielles Nationalteam starten – ohne die im vergangenen Jahr an die Substanz gehenden zähen Gespräche und Status-Verhandlungen mit dem nationalen Verband. Der Schnee von gestern ist dem Sand von heute gewichen.

Das Stuttgarter Beachvolleyball-Nationalteam Chantal Laboureur/Julia Sude: Foto: Tom Bloch (www.tombloch.de)

Das Stuttgarter Beachvolleyball-Nationalteam Chantal Laboureur/Julia Sude: Foto: Tom Bloch (www.tombloch.de)

Und der Sonne: Die aktuellen Wetterbedingungen in Ft. Lauderdale (26°C bei 70 Prozent Luftfeuchtigkeit) können neidisch machen. Die Trainingsarbeit seit Dezember am Olympiastützpunkt Stuttgart, in verschiedenen Trainingslagern auf Teneriffa und seit einigen Tagen bereits in Florida, kann nun ab Mittwoch endlich durch den Wettkampf abgelöst werden. Trainer Ricardo Brunale de Andrade gibt dabei einen Einblick in sein winterliches Konzept: „Wir haben viel daran gearbeitet, in der Annahme stabiler zu werden, und aggressiver im Aufschlag und in der Transition. Ein anderer Schwerpunkt war, die Fähigkeiten, schnell umzuschalten und sich an eine neue Situation zu adaptieren, zu vertiefen.“

Dabei befinden sich seine Schützlinge bereits in einer erstaunlichen Frühform. Im Januar, bei einem Kurzausflug nach Brasilien auf die dortige nationale Tour, hat Julia Sude als Interimspartnerin von Taiana de Souza Lima fungiert, weil deren Partnerin sich am Knie verletzt hatte. Das deutsch-brasilianische Interims-Duo stürmte ohne gemeinsame Vorbereitung durchs Hauptfeld des Turniers in Fortaleza und kassierte dabei nur eine einzige Niederlage: Das Halbfinale gewannen die späteren Turniersiegerinnen Maria Elisa/Carol Solberg. Doch das Bronze-Match gegen Ana Patricia/Rebecca Silva holte sich Joint-Venture aus Brasilien und Deutschland mit 2:1. „Es war nicht zu erwarten, dass wir auf Anhieb so harmonieren und auch die guten Teams schlagen. Es hat mega Spaß gemacht und ich konnte viel mitnehmen“, sagt Sude, die bei der Siegerehrung erfuhr, dass sie die erste Ausländerin in der zwanzigjährigen Geschichte der brasilianischen Tour ist, die eine Medaille gewonnen hat, bei Männern und bei Frauen!

Eine weitere Entwicklung des Winters ist die Gründung der International Beach Volleyball Players Association (IBVPA), zu der nun fast alle Spitzenspieler gehören, darunter eben auch Chantal Laboureur und Julia Sude. „Es gibt immer wieder Entscheidungen über die Köpfe der Athleten hinweg. Wir erhoffen uns dadurch eine Stärkung unserer Position und mehr Mitspracherecht“, erklärt Laboureur.

Die Motoren für Ft. Lauderdale sind jedenfalls warmgelaufen, jetzt wird nur noch auf die Startflagge gewartet. „Im vergangenen Jahr haben wir hier ja auch gleich Bronze gewonnen. Daran wollen wir anknüpfen“, sagen die beiden Stuttgarterinnen. „Wir freuen uns darauf, dass es nun endlich losgeht.“

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