Volleyball 2. Bundesliga: Wieder kein Sieg in Sachsen

Allianz MTV Stuttgart II verpasst die Überraschung und unterliegt beim VCO Dresden mit 2:3

VCO Dresden – Allianz MTV Stuttgart II   3:2 (22:25, 17:25, 25:21, 25:14, 15:10)

(red/tob) Wie man mit einem zügigen 3:0-Erfolg über seinen Gegner förmlich hinwegfegen kann, dass hat sich ein Teil des Stuttgarter Zweitliga-Teams am Samstagabend in der Scharrena angeschaut. Als Allianz MTV Stuttgart nach 65 Minuten den Vierten 1. VC Wiesbaden ohne einen Satzgewinn oder einen Hauch einer Chance darauf wieder nach Hause schickte und dadurch die Tabellenführung in der Bundesliga übernahm, saßen die Zweitliga-Nachwuchs-Talente Sara Marjanovic, Saskia Lenk und Co. auf den roten Klappsesseln unter den 1850 Zuschauern.

Julia Wenzel wurde in Dresden zur wertvollsten Stuttgarter Spielerin gekürt | Foto: Tom Bloch - www.tombloch.de

Julia Wenzel wurde in Dresden zur wertvollsten Stuttgarter Spielerin gekürt | Foto: Tom Bloch – www.tombloch.de

Wenige Stunden später standen sie dann selbst auf dem Spielfeld. Doch nach zwei zügigen Satzgewinnen im Sportschulzentrum zu Dresden wurde der dortige Lauf des Stuttgarter Erstliga-Nachwuchses abrupt beendet. Allianz MTV Stuttgart II unterlag beim VCO Dresden nach über zwei Stunden Schlagabtausch mit 2:3 (25:22, 25:17, 21:25, 14:25, 10:15).
„Sagen wir mal so, mit Lena im Team wären wir auch mit 3:0 einfach über die drüber gefahren“, sagte Trainer Johannes Koch. Doch seine Punktegarantin Lena Große Scharmann war nach einwöchiger Trainingsabstinenz erst gar nicht mit nach Dresden gefahren. Die Diagonalangreiferin steckt in Semesterabschlussprüfungen. Nur ein Grund für die Personal-Jonglage: Spielführerin Martha Deckers hat nach ihrer Knieverletzung und einem einzigen Training in der Vorwoche auf Anhieb durchgespielt. Nachwuchs-Zuspielerin Saskia Lenk half auf der Mittelblockposition aus, weil Jennifer Böhler und Helene Krenn mit Verletzungen ausfallen. In seiner Not trug Trainer Koch seine Libero-Spielerin Johanna Fischer als Feldspielerin ein. „Angesichts dieser ganzen Improvisationen haben wir es mit diesem Kader verdammt gut gemacht“, sagte Koch. „Ich hatte einfach keine Optionen.“ Zugleich wendete sich mit zunehmender Spieldauer das Bild. „Wir haben am Anfang bockstark verteidigt, agierten clever im Angriff und sind auch in engen Situationen ruhig geblieben“, berichtete Koch. Alles lief am Schnürchen, vor allem im zweiten Satz. Doch Spielzug für Spielzug hatte sich der Dresdner Erstliga-Nachwuchs auf die Stuttgarter Angriffe eingestellt. „Als der Druck uns dann entgegen kam, haben wir ein bisschen den Kopf verloren.“ Alles Kleinigkeiten, die aber in der Summe dem VCO Dresden in die Karten spielten.

„Die haben unsere kleinen Fehler knallhart ausgenutzt, und wir haben ein wenig die Struktur und unser Selbstvertrauen verloren“, analysierte Koch. „Wir haben nach unserem Ermessen alles rausgehauen, was geht“, befand der Trainer. „Insofern kann ich dem Team überhaupt keinen Vorwurf machen.“
Der letzte Sieg in Dresden stammt aus der Saison 2011/2012. Sechs Spielzeiten schon muss das Team seine längste Auswärtsfahrt in der zweiten Bundesliga Süd auf dem Rückweg wieder mit hängenden Köpfen antreten. „Es ist schon ein bisschen schade, denn die Mädels hätten mehr Punkte verdient“, fasste Koch zusammen.

Allianz MTV Stuttgart II:
Moggi Wlk, Lena Günther, Saskia Lenk, Martha Deckers, Julia Wenzel, Britta Schammer, Magdalena Fischer (Libero)
Eingewechselt: Sara Marjanovic, Johanna Fischer.

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